Infrarotheizung mit Thermostat steuern: So sparen Sie bis zu 30 % Energie

Eine Infrarotheizung ohne Thermostat läuft dauerhaft – oder gar nicht. Beides ist nicht optimal. Ein gut eingestellter Thermostat ist der einfachste und günstigste Weg, den Energieverbrauch einer elektrischen Heizung signifikant zu senken.

Warum der Thermostat so wichtig ist

Infrarotheizungen reagieren schnell: Sie erreichen ihre Betriebstemperatur in Minuten. Das macht sie ideal für bedarfsgerechtes Heizen – aber nur, wenn der Thermostat das Ein- und Ausschalten übernimmt. Ohne Steuerung heizt die Folie oder das Paneel kontinuierlich, auch wenn der Raum bereits die gewünschte Temperatur erreicht hat.

Ein einfacher Raumthermostat mit Temperatureinstellung kann den Stromverbrauch gegenüber manuellem Betrieb um 20 bis 30 % senken. Ein programmierbarer oder Wifi-Thermostat spart noch mehr, weil er die Heizung an den tatsächlichen Tagesverlauf anpasst.

Raumthermostat vs. Fußbodentemperaturfühler

Für Wand- und Deckenpaneele genügt ein einfacher Raumthermostat: Er misst die Lufttemperatur und schaltet die Heizung ein, sobald sie unter den Sollwert fällt. Günftige Modelle sind bereits ab 20 Euro erhältlich und einfach zu verdrahten.

Für Heizfolien unter Laminat oder Fliesen ist zwingend ein Fußbodentemperaturfühler erforderlich. Dieser misst die Oberflächentemperatur des Bodens und begrenzt sie auf maximal 27 °C – eine Anforderung der DIN EN 1264, die das Belagsmaterial schützt. Thermostate für Fußbodenheizungen haben diesen Fühler immer inklusive; er wird zwischen den Heizfolienstreifen verlegt.

Wifi-Thermostate und Smart Home Integration

Moderne Wifi-Thermostate verbinden sich mit dem Heimnetzwerk und lassen sich per App steuern – von überall. Das ist praktisch, wenn man von unterwegs das Haus vorheizen möchte oder nach dem Urlaub zurückkommt.

Wer OpenHAB oder Home Assistant nutzt, kann Wifi-Thermostate in die zentrale Haussteuerung einbinden. Viele Geräte kommunizieren über Zigbee, Z-Wave oder WLAN direkt mit dem Smart-Home-Hub – ohne Hersteller-Cloud. Das ermöglicht komplexe Automatisierungen: Die Heizung fährt automatisch herunter, wenn Fenster geöffnet werden, oder sie startet erst, wenn das erste Gerät im Heimnetz aktiv wird.

Heizprogramme richtig einrichten

Ein Wochenprogramm berücksichtigt die typischen Abwesenheitszeiten: Montag bis Freitag tagsüber auf Absenktemperatur (16 °C), abends ab 17 Uhr auf Komforttemperatur (20–21 °C), nachts wieder absenken. Am Wochenende andere Zeiten.

Faustregel: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart circa 6 % Heizenergie. Wer den Raum tagsüber auf 16 statt 20 °C hält, spart rund 25 % der Heizkosten für diese Zeit – vorausgesetzt, die Heizung schafft es, den Raum in vertretbarer Zeit wieder aufzuheizen. Bei Infrarotheizungen ist das kein Problem.

Empfehlung: Welcher Thermostat für welche Anwendung?

Für Wand- und Deckenpaneele ohne Smart-Home-Anbindung reicht ein einfacher, programmierbarer Raumthermostat. Für Heizfolien unter Laminat oder Fliesen: ein Thermostat mit integriertem Fußbodentemperaturfühler und Wochenprogramm. Für die Einbindung in OpenHAB oder andere Systeme: ein Zigbee- oder Z-Wave-fähiges Gerät oder ein WLAN-Thermostat mit offener API.

Die Mehrkosten eines Wifi-Thermostats gegenüber einem einfachen Modell amortisieren sich in der Regel innerhalb einer Heizsaison durch präziseres Steuern und den Wegfall von Vergesslichkeit.

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